Entlang der Strasse A8, 4 km vor dem Zentrum von Mtondia, entsteht eine kleine, unabhängige Gemeinschaft. Die Siedlung entwickelt sich innerhalb eines vollständig eingefassten Mikrokosmos, in dem die Qualitäten eines echten städtischen Lebens erfahrbar sind. Spielplätze, Grünflächen, Gärten, zentrale Plätze und Strassen bilden ein Gefüge aus 69 Reihenhäusern, die nach einem gotischen Parzellierungsraster angeordnet sind.
Die bauliche Anlage lässt sich von den Stadtstrukturen antiker Siedlungen inspirieren: das Arbeiterviertel von Amarna, das von Michel Ecochard für Casablanca entworfene urbane Raster oder die Stadt Agadez sind nur einige Beispiele historischer, organisierter Anlagen, die wir heute als „low-rise, high-density“ bezeichnen würden – eine Anlageform, die hier versucht, eine städtebauliche Antwort des Viertels zu geben.
Jedes Haus ist über eine komfortable Erschliessungsstrasse zugänglich und verfügt über zwei Aussenräume: einen Eingangspatio sowie einen privaten Hof. Die Wohnhäuser öffnen sich über diese Patios zu verschiedenen Seiten hin und ermöglichen vielfältige Blickbeziehungen – ohne dabei die notwendige Privatsphäre gegenüber der Nachbarschaft zu vernachlässigen. Die Wohnhäuser entwickeln sich in die Tiefe über den Besitzt. Einen grosszügigen Wohnraum, das echte Herz des Hauses, verbindet die externen mit den internen Räumen und verteilt die Zimmer im Erdgeschoss.
Das Brise-Soleils System erlaubt, die natürlichen Luftströmungen zu nutzen, die im Jahresverlauf vorwiegend aus nördlicher Richtung nach Süden wehen. Die entlang dieser Achse orientierten Häuser, die nach einer gotischen Einrichtung organisiert sind, werden von diesen Luftbewegungen durchströmt und können auf natürliche Weise gekühlt werden. Die Privatsphäre bleibt dennoch gewahrt – durch schirmende Elemente arabischer Herkunft (Mashrabyya), die nicht nur einen sicheren Schutz bieten, sondern den Strassenfassaden der einzelnen Häuser auch eine ornamentale Gestaltung verleihen.